Angespielt – Assassin’s Creed Syndicate

von | 19. November 2015 | 0 Kommentare

Es ist mal wieder die Zeit des Jahres mit einem Assassinen auf Streifzug gegen die Templer zu gehen. Lässt man die Mobile-Games einmal außen vor, dann stellt Assassin’s Creed Syndicate den mittlerweile 9ten Teil der Hauptgeschichte dar. Der jährliche Veröffentlichungszyklus schadet dem Spiele-Franchise aber mittlerweile mehr als er nützt. Zeit also für eine kreative Pause, die Assassin’s Creed sicher gut tun würde! Warum das so ist, erfahrt ihr in meinem Test.

Maue Geschichte

Es ist das Jahr 1868. Die Geschwister Jacob und Evie Frye, deren verstorbener Vater Ethan Assassine war, wollen das Erbe ihrer Eltern fortführen und London auf der Hand der Templer befreien. Und wie bei den Spielen gewohnt beginnt das Spiel mit gewaltigen Bildern und einem wie immer sehr gutem Soundtrack. Dazu gesellt sich wieder das Who is Who der deutschen Sprecher. Ansonsten unterscheidet sich der Titel kaum von seinen Vorgängern. So erschleichen und ermorden wir uns an die Spitze der Templer, welche immer einen bestimmten Teil von London beherrschen.

Ich möchte auch nicht zu viel von der Story verraten, denn Fans könnten doch ihre Freude daran haben. Ich würde mich ja nicht als Fan bezeichnen, dennoch bin ich ein Spieler der ersten Stunde und fand die Ezio Trilogie immer noch am besten. Danach ging es eigentlich nur noch bergab. Mit Assassin’s Creed 3 gab es dann noch einen würdigen Abschluss für die Desmond-Saga und so langsam erweckt es den Anschein, als würde Ubisoft die historische Zeiten einfach abfrühstücken wollen.  Und darunter leidet leider auch die Geschichte!  Nach dem finalen Showdown ist das Spektakel abrupt zu Ende und es gibt nicht mal einen richtigen Abspann. Zudem weist die Story keinerlei Alleinstellungsmerkmale auf und ist viel zu linear.

Gameplay öde

Neben der faden Story ist auch das Gameplay nicht besser: Schleichen, Stehlen, Eskortieren, Verfolgen, Meucheln. Und Gegner können jetzt auch entführt werden. Dabei muss man sich sehr langsam bewegen, was frustrierend sein kann.

Nicht viel besser sind die Nebenmissionen. London ist vollgestopft mit etlichen Templerattentaten, Kopfgeldjagden und Gangquartiere und alle spielen sich gleich. Dazu kommen acht verschiedene Typen von Sammelobjekten. Es gibt in London um die 300 Kisten, welche immer die gleichen Ressourcen enthalten. Die Hälfte ist unbrauchbar, da man sie schon vor dem finden hergestellt hat. Hinzu kommen gepresste Blumen, königliche Briefe, Spieluhren, Illustrationen, Bieretiketten, Briefe von der Front des ersten Weltkrieges und die allseits bekannten Helix-Glitches. Wer hat Bock das alles zu machen? Das ist Beschäftigungstherapie der ganz billigen Art und Weise.

Viele Käfer in London

Und wäre das alles noch nicht genug ist das Spiel auch noch total verbuggt, was bei Ubisoft mittlerweile scheinbar schon Tradition hat. Die Bugs sind dabei vielfältig und weitreichend. Die KI läuft verwirrt umher, es gibt Soundlags und Lippenasynchronität, sowie Gegner die durch Wände sehen können bis hin zum verschwinden von Personen. Auch ein Pferd samt Kutsche ist im Boden versunken. Das erinnert sehr an Far Cry 4. Ubisoft gibt sich in Sachen Qualitätsmanagment einfach keinerlei Mühe (mehr).

Ihr merkt es: das Spiel macht es einem wirklich nicht einfach! Fans werden es sicher mögen, aber für mich ist das Missionsdesign lieblos und eintönig und das Assassin’s Creed Syndicate wirkt unfertig.

Ich hoffe Ubisoft gönnt der Serie endlich eine kreative Pause. Aber auch technisch bedarf es einer Überholung, denn Syndicate sieht schlechter als Unity aus und das darf eigentlich nicht sein. Vor allem die Weitsicht sieht richtig grob aus und erinnert sehr an eine mittlerweile längst vergessen geglaubte Konsolengeneration.

Alles schlecht?

Nein, denn auch ein paar gute Dinge gibt es: So hat sich das Kampfsystem auf jeden Fall verbessert. Und auch das Klettern ist einfacher geworden. Die Animationen sehen wesentlich besser aus und die Double Finisher sind auch zurück.

Fazit

Die Story ist zäher als jedes Kaugummi und einfach nur langweilig! Hier fehlt einfach der roten Faden. Die Erzählung stockt sehr oft und das finde ich Schade. Die Nebenmissionen und teilweise die Pflicht welche zu erledigen langweilen und ich finde es traurig den Spieler nötigen zu müssen, damit der überhaupt noch vor dem Spiel sitzen bleibt.

Ich bin echt enttäuscht und empfehle Ubisoft der Serie wirklich eine Pause zu gönnen, um dann mit einer besseren Story samt interessanten Charakteren, bei den Spielern zu punkten. Mit diesem Teil ist es bei mir auf jeden Fall nicht gelungen.

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Gastautor

Jochen Kolbe

Jochen ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Computer- und Videospieler. Mit seinen 35 Jahren gehört er dabei aber noch nicht zum alten Eisen. Zudem bloggt er auf ndevil.com über Spiele und Produkte aus allen Sparten.