BlizzCon 2016

aus der
Egoperspektive

7. November 2016

Ich kann mich noch erinnern, wie ich mit einem Freund zusammen an einem PC Diablo 1 durchgespielt habe. Abwechselnd hat einer die Maus und der andere die Tastatur für die Tränke bedient. Seit damals gehöre ich zu den Hardcore Blizzard Fans. Lange Zeit habe ich sogar kein Game erwogen, welches nicht das blaue Logo trug. So darf sich niemand wundern, dass am vergangenen Wochenende nur eine Beschäftigung in meinem Terminkalender stand.

Wie jedes Jahr sorgte schon die Eröffnung für Staunen. In diesem Jahr gehörten die Zusammenarbeit mit KI-Entwicklern in StarCraft II, die neue Hearthstone Expansion und die Neuigkeiten zu Diablo zu meinen Highlights.

Blizzard wird eine API-Schnittstelle für Entwickler von künstlicher Intelligenz öffnen. So können verschiedene Teams versuchen, dem Computer das vielleicht schwerste Game (nach StarCraft I) beizubringen. Diesen ganzen Ansatz finde ich unglaublich passend! Schließlich haben wir alle unseren Eltern und Unwissenden StarCraft immer als Schach in Lichtgeschwindigkeit beschrieben. Künstliche Intelligenzen besiegen schon seit längerem die besten Schachspieler des Planeten. Mal sehen, wann es die KI in diesem viel schwierigeren Game mit dem Menschen aufnehmen kann.

BlizzCon 2016

Dieses Jahr wurde die 10. BlizzCon und das 25. Jubiläum von Blizzard gefeiert.

Bezüglich der neuen Hearthstone Expansion „Mean Streets of Gadgetzan“ müsste ohnehin ein eigener Beitrag mit den Card-Analysen folgen. Grundsätzlich scheint der Priest extrem gepusht zu werden. Vielleicht beschweren wir uns also bald über all die Priest auf der Ladder und nicht mehr über die Schamanen. Dieser Umstand ist interessant, denn die offiziellen Beschwerden, die bei Blizzard eingehen, waren schon in den letzten Jahren sehr stark auf den Priest bezogen. Dabei ging es gar nicht darum, dass diese Klasse so extrem stark wäre, sondern eher, dass es sehr frustrierend sein kann, gegen die eigenen Karten zu spielen. Gerade in den niedrigen Ranks führte dies oft zu Beschwerde-Tickets. Wenn jetzt Priest auch noch stark gebufft wird, dann möchte ich nicht Blizzards Inbox verwalten.

Die größten Nerdchills hat mir aber die Diablo III Ankündigung über den Rücken gejagt. Ich habe das Spiel bestimmt seit zwei Jahren nicht mehr gezockt, aber bei jeder Diablo Ankündigung muss ich wohl an das Blizzard Invitational in Paris im Jahr 2008 zurück denken. Damals war ich live dabei als D3 das erste mal announced wurde. Außerdem finde ich die Neuerungen extrem cool. In D3 wird kostenlos eine Remastered Version des ersten Teil eingebaut und der coolste Charakter von D2 kommt zurück: der Totenbeschwörer. Danke BlizzCon – jetzt muss ich auch wieder Diablo 3 spielen. Das wird so viel Zeit verschlingen.

Hearthstone World Championships

Der Sieg von Pavel hat sich für mich schon im Quarterfinal abgezeichnet.

Selbstverständlich stand die Weltmeisterschaft in Hearthstone ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Leider schied Thijs schon die Woche zuvor aus. Die Storyline war für mich also eher die Welt gegen Asien. Die dortige Hearthstone Szene soll sehr groß sein, aber scheint auch extrem abgekapselt. Keiner der Namen, außer Handsomeguy, der schon in einigen unserer offenen Throne of Cards Turnieren spielte, war mir ein Begriff. Ab dem Halbfinale konnte ich dann Europa anfeuern, denn die Europäer konnten die Amis hinter sich lassen. Und das Finale war dann Europe only. Wir sind also doch noch die stärkste Region.

Der Sieg von Pavel hat sich für mich schon im Quarterfinal abgezeichnet. Das Herz der Karten war einfach auf seiner Seite. Da kamen Doomguards und Leeroys aus seinen Portals und ein Polymorph aus seinem Babbling Book als er nichts hatte, um Malygos zu removen. Pavel spielte ausgezeichnet und alles was RNG betraf, hätte kaum besser für ihn laufen können. Diese Mischung sorgt einfach für einen Weltmeistertitel.

StarCraft II Finals

Die Rivalität erinnerte mich stark an Flash vs. Jaedong in Brood War Zeiten.

Vielleicht hole ich noch das Heroes of the Storm Finale nach, denn das Game interessiert mich und bei Overwatch warte ich noch ein Jahr. Aber das StarCraft II Finale konnte ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen. Elazer im Semi-Final zu sehen, war schon die erste Überraschung, aber es stellte sich schnell heraus, dass es sich in diesem Jahr nur um das Duell zwischen Byun vs. Dark handeln kann. Gerade deshalb war es jedoch eines der spannendsten Finals, welches SC2 je gesehen hat. Die Rivalität erinnerte mich stark an Flash vs. Jaedong in Brood War Zeiten. Beide wurden nämlich zu wahren Göttern (Gosus) hochstilisiert. Außerdem handelte es sich um den klassischen Kampf Terran vs. Zerg bzw. Micro vs. Makro.

Wenn dies das letzte StarCraft Match war, dass ich jemals sehen werde, dann erinnere mich immer mit einem Lächeln daran zurück. Erinnert Euch an die E-Sports Roots und gebt Euch nochmal StarCraft mit etwas Nostalgie. Aber eines hat die BlizzCon 2016 auch ganz klar gemacht: Nicht nur bei einem Blick in die Vergangenheit ist es ein gutes Gefühl ein Blizzard-Fan zu sein. Auch in Zukunft hat das blaue Logo noch einiges zu bieten und steht für Gaming Qualität.