HCT Winter Playoffs Vienna

Ein einmaliger Nachbericht

16. Februar 2017

Auch im Jahr 2017 empfiehlt sich Wien zunehmend als eine der wichtigsten Metropolen für eine gepflegte Runde Hearthstone. Anlässlich der ersten HCT Playoffs schallte der Ruf von „Vienna Calling“ sogar bis nach Tschechien und bei all der anwesenden Prominenz durfte natürlich auch Egoperspektive.at nicht fehlen. Irgendwer muss schließlich so darüber berichten, dass alle, die nicht im Respawn dabei waren, ihr Fernbleiben bereuen. 

Ich traf am Freitag Nachmittag, während die letzten Österreicher aus dem Tavern Hero Qualifier ausschieden, im Respawn ein. Die eSports Bar in den Bögen der U6 war mir keineswegs neu, aber nach diesem Wochenende sollte ich das Lokal in einem ganz neuen Licht sehen. Beim Administrieren der verzögerten Tavern Hero Spiele musste ich nicht wirklich aushelfen. Also blieb viel Zeit für spannende Unterhaltungen, einen leckeren Burger mit saftigem Patty und das Einrichten des späteren Streams. Denn an diesem Wochenende konnten nicht nur die besten Pros Europas gegeneinander antreten, sondern im Erdgeschoss stellten auch die Amateure ihr Talent auf die Probe. 

Nebenprogramm

Im Erdgeschoss stellten auch die Amateure ihr Talent auf die Probe.

Ab 7 Uhr begann ich voller Elan in die Kamera zu sprechen. Der Production Value passte sich zunehmend der Atmosphäre in der Bar an. Mein sogenannter Freund Martin versorgte mich mit zunehmenden Mengen an wohlschmeckenden Ethanol, bis die Duck Lips immer deutlicher wurden und es mir immer lustiger erschien, den so introvertierten US-Präsidenten Trump nachzuahmen. Zumindest eines konnte ich ab diesem Zeitpunkt schon den HCT Winter Playoffs mit großer Sicherheit verdanken: Einen roten Aktenvermerk im NSA Archiv. 

Danach stellte Sake unser Hearthstone-Wissen mit einem überraschend spannenden Quiz auf die Probe. Während wir voller Eifer all die Fragen beantworteten dachten wir niemals daran, dass der Sieger noch mehr Ethanol sein Eigen nennen würde. Durch diese mangelnde Voraussicht, war es um den Abend ganz endgültig geschehen. Wir sollten uns nach der Sperrstunde im Respawn auf die Suche nach noch mehr Shots und heißen Beats machen. Aber die ersten HCT Playoffs in Wien und der erste Tag hatten nicht weniger zu ihrer Huldigung verdient als eine Feier bis in die frühen Morgenstunden.

„Zumindest eines konnte ich ab diesem Zeitpunkt schon den HCT Winter Playoffs mit großer Sicherheit verdanken: Einen roten Aktenvermerk im NSA Archiv.“

Der zweite Tag startete also merklich unausgeschlafen, aber die Anwesenheit von Hearthstone-Größen, wie Lifecoach, SuperJJ, StanCifka oder pokrovac mobilisierte schnell alle Energiereserven. Den Stars musste ich schließlich zusammen mit dem Patrick vom Respawn ein verlässlicher Admin sein. Leider musste vor allem SuperJJ seine Hoffnung schnell begraben. Obwohl er später noch sein Können unter Beweis stellen konnte, begann er den Tag mit 3 Niederlagen und in einem Swiss System war dies mit einem Ausscheiden gleichzusetzen. Ganz gegenteilig dazu verlief es für pokrovac. Gegen seine Tech-Choices konnte wohl niemand ankommen. Doch für alle anderen sollte neben einem mies gelaunten RNJesus noch ein weiterer Gegner hinzu kommen – Die Zeit. Durch die Notwendigkeit die jeweiligen Swiss Runden synchron zu starten, konnte eine einzige Auseinandersetzung den gesamten Fortschritt aufhalten. Alle richteten sich auf einen Verbleib bis weit nach Mitternacht ein.

Die erste eSports-Bar Wiens

Das Respawn erwies sich als idealer Gasteber für die diesjährigen Winter Playoffs.

Nur ich musste diesem ESL Zeitdiktat entziehen, da sich eine Tirolerin mitten in Wien verlaufen hatte und nach Hilfe rief. Ich nahm meine nicht vorhandene Brille ab und zerriss mein nicht vorhandenes Hemd, um mich in einen rettenden Superhelden zu verwandeln. Die Rettungsaktion glückte, aber zog sich dann auch wieder bis in die Morgenstunden und beantwortete eine ernste Frage: Wie würde ein Kellner einer Hotelbar reagieren, wenn er beim Serviere einen weiblichen, hart arbeitenden Kopf im Schoss des Gastes entdecken würde? Die Reaktion beunruhigt mich auch heute noch. Sein leichtes Lächeln wollte mir nämlich vermitteln, dass dies mehr die Regel als die Ausnahme sei. Ach Wien, dich kann wohl nichts überraschen.

„Wir sollten uns nach der Sperrstunde im Respawn auf die Suche nach noch mehr Shots und heißen Beats machen.“

Außer vielleicht das 7 zu 0 Ergebnis von pokrovac am nächsten Tag. Mit diesem perfekten Score schloss der talentierte Tscheche am nächsten Tag den Swiss Teil ab, der schon sehr früh, um 10 Uhr morgens, begann. Leider konnte Lifecoach mit seinem Punktestand von 5 zu 2 und einem schlechten Tiebreaker Score nicht in die Finalphase einziehen. Für die anderen Pros war dies leider schon zuvor klar, aber ganz vorbildlich beendeten alle das Turnier und brachen nicht vorzeitig das verlorene Event ab. Dieser Umstand allein dient als Beweis für die freundliche und professionelle Atmosphäre im Respawn auf die wir uns im Frühling schon wieder freuen.

Leider hatte pokrovac im Match um die Top 4 dann keine Chance mehr gegen die Flut an Aggression die ihm GreeenSheep entgegen warf. Trotzdem ging er mit einem Lächeln und im Besucherbereich ließen die Gäste aus Tschechien noch den Tag ausklingen und unterhielten sich freundlich mit Fans. Abschließend lehne ich mich weit aus dem imaginären Fenster und behaubte, dass das vergangene Wochenende die beste HCT Vorentscheidung war, die wir bisher in Wien mitgestalten durften. Jeder der dabei war weiß: die nächsten Playoffs können nicht früh genug sein!